Archiv für die Kategorie ‘Schwuler Alltag’

Das alles wäre nie passiert ohne Prosecco

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Prosecco, das Klischee-Getränk der schwulen Bevölkerung. Auf Partys wird sich gerne mal die eine oder andere Flasche des alkoholhaltigen Getränks reingekippt gegönnt. Durch Annett Louisans neuen Song  habe ich selbst mal angefangen darüber nachzudenken, was ohne Prosecco oder ganz allgemein Alkohol (es gibt auch Schwule, denen Prosecco nicht mehr hart genug ist) anders verlaufen wäre.

Das Fazit: Nicht viel, aber doch einiges. Ohne Prosecco hätte es viele verkaterte Tage im Bett nicht gegeben. Stattdessen hätte man diese Sonntage sinnvoller nutzen können. Auch wären manche Bekanntschaften gar nicht erst zu Stande gekommen, so manche Blamage ausgeblieben und ich hätte ganz sicherlich nicht zu DJ Ötzis Burgerdance getanzt, aber das ist ein anderes Thema.

Grundsätzlich kann ich aber jedem davon abraten, nach direktem Prosecco-Konsum shoppen zu gehen. Ansonsten könnte es passieren, dass man sich nicht nur im Laden durch z.B. tanzen zur Kaufhausmusik total zum Horst macht, sondern auch, dass man am nächsten Tag über seinen eigenen Geschmack überrascht ist. Es gibt Dinge, die man nüchtern niemals kaufen würde. Aus gutem Grund! Glücklicherweise gibt es ein Umtauschrecht. Ebenfalls macht es Sinn, sich vor einer Party noch vor dem Vortrinken (= privates Besäufnis vor einer Party. Ziel ist das Einsparen von Kosten für Getränke in der Location) einzukleiden und nicht erst dann, wenn man schon ein paar Gläser zu viel intus hat. Was glaubt ihr, wie die Outfits einiger Partygänger entstehen?

Ein Thema fehlt noch, was im Zusammenhang mit Prosecco gut angesprochen werden kann: Das Outing. So kann das Outing, auch wenn es nicht gewollt ist oder man sonst noch Angst davor hatte, im proseccoierten (Wortneukreation!) Zustand schneller gehen als man denkt. Schwups hat man den den Kumpel, in den man schon jahrelang heimlich verliebt ist, auf einer Privat-Party geküsst bzw. es versucht. Oops! Aber es soll auch Fälle geben, in denen es dem besagten Kumpel gefallen hat und man den Mann fürs Leben gefunden hat. Oder gibt es diese Fälle nur im Fernsehen? Mit dieser offenen Frage beendete ich meine Gedanken über Prosecco im schwulen Alltag.

Wer schwul sein will, muss leiden

Montag, 27. August 2007

Irgendwie gehen mir in den letzten Tagen so viele Dinge in den Kopf, das ich das jetzt mal irgendwo hinschreiben muss. Und was bietet sich da besser an, als der gayscream Blog? Nichts! Also bevor sich jemand beschwert, dass vieles im Blog nichts mit gayscream zu tun hat: Da ist mir egal.

Bevor ich vom Thema abkomme - Wer schwul sein will, muss leiden. Scheinbar ist es Schwulen (hmm und auch  hier bei Lesben? Kann ich leider nicht beurteilen) fast ohne Ausnahme so, dass neben dem oberflächlichen Körperkult bei der (Sex-)Partner-Wahl eigentlich rein gar nichts eine Rolle spielt. Folglich beschäftigt sich die pinke Zielgruppe einen Großteil ihrer Freizeit damit, optisch möglichst optimal auszusehen.

Das äußert sich beispielsweise in ausgeprägten Aufenthalten bei Douglas (ja das ist mir auch schon passiert!). Beim letzten Besuch war es mein Ziel, einen Deo-Roller zu kaufen. Auf die Frage, wie lange der denn hält, antwortete die überaus kompetente Mitarbeiterin doch direkt “Der hält für immer! Geht niemals aus, ist bei mir zumindest noch nie passiert”. Als ich sie komisch anguckte ergänzte sie noch “… ja, aber wir bekommen ja auch jede Woche einen neuen aus dem Laden”. Schön! So viel dazu.

Nächster Halt: Viele viele Hosen, Shirts (je enger, desto besser), Gürtel sind auch wichtig. Je nachdem, was man gerade verdient, landet man bei New Yorker, Wormland, United Colors auf B., Planet, oder oder oder… die meisten enden dann doch bei H&M. Es gibt übrigens auch viele Schuhgeschäfte, die besucht werden müssen. Schon ist der Tag um.

Doch das Programm ist noch lange nicht zu Ende. Neben stundenlangen Frisör-Besuchen (Wartezeit nicht eingerechnet) steht auch ein ausgeprägtes Fitness-Programm auf dem Plan. Ein einfaches Joggen ist dabei out - viel zu unauffällig. Man muss also in ein Fitness-Center, wo möglichst viele andere Mitglieder der Zielgruppe trainieren, so kann man zusätzlich zum Trainieren noch nette Kontakte schließen. Damit der DVD-Abend dann auch perfekt wird, gibts die DVDs im Fitness-Abo gleich gratis dazu. Äußerst praktisch, da sparrt man sich einen Weg.

Auf der nächsten Party sieht man dann, ob es sich bezahlt macht. Wird man mehr angeguckt? Bekommt man mehr Komplimente als vorher oder hört man “Du siehst aber alt aus!”. Am meisten würde man vermutlich aber auffallen, wenn man sich kleidet wie Ottmar Zittlau  -und auch dann findet man einen Lover, spätestens beim Resteficken. Garantiert! Ist im Prinzip eh eine Frage der Ausstrahlung (und des Alkohol-Pegels).

So viel dazu. Demnächst erläutere ich nochmal genauer die Zusammenhänge zwischen Homosexualität und Ikea. Es ist sehr faszinierend, was man da alles lernt.